1. Warum sollte ich Schwerfahrzeuge für meine Fahrschule anschaffen?
  2. Welche Möglichkeiten außer dem Angebot der entsprechenden Führerscheinklassen bietet Schwerfahrzeuge noch?
  3. Was ist für den Anfang besser, Lkw oder Busse?
  4. Brauche ich Lkw für den Führerschein der Klasse "C1" und einen Bus für die Klasse "D1"?
  5. Was ist besser für die Fahrerlaubnis der Klasse "CE": Gelenkkombination oder Lkw-Zug?
  6. Kann ich nur mit einem Lkw für die Klasse "C" anfangen und später einen Sattelhänger für die Klasse "CE" dazukaufen?
  7. Was ist besser, um mit den Führerscheinklassen "C" und "CE" anzufangen: ein Mehrzweck-Sattelhänger oder ein spezifisches Fahrzeug?
  8. Welche Arten von Mehrzweck-Sattelhängern gibt es derzeit?
  9. Welche Vor- und Nachteile haben Mehrzweck-Sattelhänger mit selbsttragender Pritsche?
  10. Kann ich mit jeder beliebigen Zugmaschine einen Mehrzweck-Sattelhänger montieren?


1.  Warum sollte ich Schwerfahrzeuge für meine Fahrschule anschaffen?


Weil sich das in die Abteilungen und die Fixkosten für Sekretärinnen, Miete, Werbung u.a. auf diese Weise rentiert. Diese Kosten fallen allein durch das Öffnen der Tür an. Wenn Schwerfahrzeuge gekauft werden, kommen nur die Fixkosten für den monatlichen Ratenbetrag der Anschaffung (über fünf oder sieben Jahre) dazu.

Darüber hinaus bleiben der Fahrschüler und sein Familien- und Freundesumfeld in der Fahrschule, d.h. es wird eine Bindung hergestellt und ein fester Kundenstamm aufgebaut. Jeder weiß, dass ein Fahrschüler von der Fahrschule "ist", in der er zuletzt war und nicht von der, in der er sich am Anfang am meisten angestrengt hat.

Schließlich liegt das eigentliche Geschäft einer Ausbildungsstätte für Kraftfahrer in den Fahrstunden für die unterschiedlichen Führerscheinprüfungen. Nur den theoretischen Unterricht für die Schwerfahrzeuge zu erteilen, bedeutet das Tüpfelchen ohne das i zu nehmen.



56.  Welche Möglichkeiten außer dem Angebot der entsprechenden Führerscheinklassen bietet Schwerfahrzeuge noch?


Lkw und Busse eröffnen uns Zugang zu der vielfältigen Welt des Waren- und Personenverkehrs.

Die Möglichkeiten beginnen mit der beruflichen Eignungsprüfung CAP, die seit 11. September 2008 für Busfahrer und seit 11. September 2009 auch für Lkw-Fahrer in Spanien Pflicht sind. Um die entsprechende Bescheinigung zu erhalten, sind 140 bzw. 280 Stunden Eingangsausbildung und alle fünf Jahre entsprechende Auffrischungskurse nötig.

Die nächste Geschäftsmöglichkeit liegt in der Fahrerlaubnis für den Transport von Gefahrengütern, dem so genannten ADR-Schein (European Agreement concerning the International Carriage of Dangerous Goods by Road). Ebenso wie für die CAP-Prüfung sind für diese Erlaubnis eine Eingangsausbildung und eine Auffrischung alle fünf Jahre erforderlich.

Schließlich gibt Kurse zur beruflichen Verbesserung im Zusammenhang mit dem Transport wie Staplerkurse, Kurse für Lastkarren, Bagger, als Kranfahrer und zahllose Möglichkeiten der Eingangs- und Weiterbildung rund um den Verkehr.



111.  Was ist für den Anfang besser, Lkw oder Busse?


Man sollte am besten mit Lkw anfangen, und zwar einfach darum, weil mehr Lkw im Umlauf sind als Busse. Allgemein gesprochen sind die Arbeitsmöglichkeiten im Warentransport größer, darum gibt es mehr Schüler, die an dieser Art der Fahrerlaubnis interessiert sind.

Man muss allerdings auch die Fahrschulen der Konkurrenz in Betracht ziehen. So kann es sein, dass fast alle Schulen mit Lkw angefangen haben und den Markt der Busschüler außer Acht gelassen haben. In diesem Fälle würde es sich empfehlen, mit einem ansehnlichen Bus anzufangen, der in Kombination mit einer gezielten Werbekampagne, die potentielle Schüler und Busbesitzer anspricht, einen erfolgreichen Einstieg in den Bereich der Schwerfahrzeuge verspricht.

Wichtig ist ferner, die Gegend zu kennen, in denen sich die Fahrschule befindet. So ist es z.B. im Zentrum einer Großstadt wahrscheinlicher, dass es interessierte Busschüler gibt als Schüler, die lernen möchten, einen Sattelhänger zu fahren.



166.  Brauche ich Lkw für den Führerschein der Klasse "C1" und einen Bus für die Klasse "D1"?


Ganz klar nein. Diese Führerscheine werden kaum gefragt, die Schüler normalerweise für den gleichen Preis den Führerschein einer höheren Klasse machen können. In den seltenen Fällen, in denen eine solche Anfrage kommt, sollte man die Schüler an die immer rareren Schulen verweisen, die noch über Fahrzeuge für diese Führerscheinklassen verfügen. Ab Ende 2013 wird es praktisch unmöglich sein, überhaupt noch eine Schule für Kraftfahrer zu finden, die einen "C1"-Lkw hat (in diesem Jahr endet die Verlängerung für die Mehrzweckfahrzeuge der drei Klassen "C1", "C" und "CE", die vor dem 19. Oktober 2004 von der Fahrschule angeschafft wurden).



221.  Was ist besser für die Fahrerlaubnis der Klasse "CE": Gelenkkombination oder Lkw-Zug?


Ohne Zweifel ist eine Gelenkkombination oder ein Sattelhänger besser als ein Lkw-Zug. Dafür gibt es zwei Gründe:

Der erste ist, dass es mit einem Lkw-Zug nahezu unmöglich ist, die Fahrprüfung auf dem geschlossenen Platz zu absolvieren. Das liegt daran, dass der Zug zwei Drehpunkte hat: die Kupplung des Lkw und die drehbare Vorderachse des Anhängers. Beim Rückwärtsfahren stellt sich der Anhänger beim Rangieren so schnell quer, dass der Fahrschüler keine Korrektur mehr vornehmen kann.

Der zweite und nicht weniger wichtige Grund ist, dass ein Lkw-Zug schwerer zu fahren ist als eine Gelenkkombination. Das liegt an den Mindestmaßen beider Fahrzeugarten: Ein Lkw-Zug besteht aus einem 8 m langen Lkw für den Führerschein Klasse "C" und einem 7,5 m langen Pritschenanhänger. Das ergibt zusammen mit der 1,5 m langen Deichsel eine Gesamtlänge von mindestens 17 m. Wenn man einen Lkw-Zug fährt, achtet man auf das Hinterrad des Lkw, aber man merkt kaum, ob das Hinterrad des Anhängers auf den Bordstein kommt. Man hört häufig, dass der Anhänger mit drehbarer Vorderachse der Spur des Lkw folgt. Das stimmt auch, wenn der Anhänger eine ca. 5 m lange Pritsche hat, wie es in der Fahrzeugführer-Verordnung von 1997 vorgegeben war, nicht jedoch für die derzeit gültige Verordnung, die eine 7,5 m lange Pritsche vorschreibt. Der Anhänger des derzeitigen Lkw-Zugs hat einen Achsabstand von etwa 4 m, wodurch man zwangsläufig die Ecken überfährt, sofern man als erfahrener Fahrer nicht vorhersieht, die Kurve noch weiter zu nehmen, damit das Hinterrad des Anhängers nicht auf den Bordstein kommt.

Dagegen beträgt die Mindestlänge des Sattelhängers nur 14 m (3 m weniger als der Zug), was die Steuerung vereinfacht, weil man in Kurven nur das Rad des Sattelzugs beobachten muss.



276.  Kann ich nur mit einem Lkw für die Klasse "C" anfangen und später einen Sattelhänger für die Klasse "CE" dazukaufen?


Selbstverständlich. Man kann in zwei Phasen investieren, allerdings hat dieses Vorgehen zwei Nachteile:

Der erste ist, dass ein Fahrschüler mehr als doppelt so viele praktische Stunden für den Führerschein "CE" wie für die Klasse "C" macht (sowohl auf geschlossenem Gelände als auch auf der Straße). Das heißt: Wenn man beim Einstieg in das Kraftwagengeschäft kein Fahrzeug für die Klasse "CE" hat, lässt man sich die beste Geschäftsmöglichkeit in diesem Bereich entgehen. Es stimmt zwar, dass es immer mehr Schüler für die Führerscheinklasse "C" als für "CE" gibt, bringen die CE-Schüler mehr Gewinn ein als den Mehrkosten entspricht, die durch die Anschaffung eines Mehrzweck-Sattelhängers für die Klassen "C" und "CE" im Vergleich zu einem Lkw mit Starrachse für die Klasse "C" anfallen.

Der zweite Nachteil ist der Verlust des "CE"-Schülers an die Fahrschule der Konkurrenz. Wenn man kein Fahrzeug für den "CE"-Führerschein hat, verschenkt man den Schüler samt seinem Freundes- und Verwandtenkreis.



331.  Was ist besser, um mit den Führerscheinklassen "C" und "CE" anzufangen: ein Mehrzweck-Sattelhänger oder ein spezifisches Fahrzeug?


Die Wahl hängt davon ab, mit wie vielen neuen Schülern man in den ersten sechs Monaten rechnet. Erwartet man mehr als 30 pro Monat (für die Klassen "C" und "CE" zusammen), sollte man sich spezifische Fahrzeuge anschaffen, d.h. einen Lkw mit Starrachse, eine Zugmaschine und einen Sattelzug oder noch besser eine Kombination aus Mehrzweck-Sattelhänger und Lkw mit Starrachse. Der Grund dafür liegt darin, dass die meisten spanischen Verkehrsbehörden maximal acht Schüler pro Fahrzeug und wöchentlicher Fahrprüfung zulassen, womit man auf die genannten 30 pro Monat kommt. Wir diese Zahl überstiegen, sind zwei Kraftfahrzeuge nötig. Dadurch verdoppelt sich nicht nur die mögliche Schüler- und Prüfungszahl, sondern es wird auch einfacher, die Fahrstunden in den Stunden, in denen sich die Schüler stets konzentrieren, abzustimmen.

Für diese seltenen Fälle mit einer hohen anfänglichen Schülerzahl gibt es aber noch eine bessere Alternative: ein "CE- und "CE"-Mehrzweck-Sattelhänger und ein Lkw mit Starrachse für die Klasse "C". Mit dieser Kombination erreicht man die maximale Effizienz, weil die Lkw stets in Betrieb. Da es immer mehr Schüler für die Klasse "C" als für "CE" gibt (schätzungsweise im Verhältnis 80 zu 20), kann man so beide Lkw für die Fahrerlaubnis "C" nutzen und nur einen von ihnen gelegentlich für die Klasse "CE" zum Einsatz bringen.

Wählt man die Alternative der spezifischen Fahrzeuge, verdammt man den Sattelhänger zu Ineffizienz. Mit größter Sicherheit ist der Lkw für die Klasse "C" bis aufs Äußerste mit Fahrstunden ausgelastet, während für die Gelenkkombination Schülermangel herrschen und sie wahrscheinlich viele Stunden brach liegen wird.



386.  Welche Arten von Mehrzweck-Sattelhängern gibt es derzeit?


Zur Zeit gibt es drei Arten:

Sattelhänger mit selbsttragender Pritsche — Dabei handelt es sich um eine Gelenkkombination, die aus einem Sattelzug und einer Zugmaschine besteht. Die Zugmaschine ist mit einer Pritsche mit vier Füßen ausgestattet die, wenn sie sich auf der Zugmaschine befindet, das fünfte Rad verbirgt, und mit vier Twist Locks am Fahrgestell des Schleppers befestigt wird.

Sattelhänger mit Planen — Dabei handelt es sich um eine Gelenkkombination, die aus einem Sattelzug und einer Zugmaschine besteht, die mit einer Ladefläche mit Seitenschienen zum Gleiten einer Abdeckplane ausgestattet, die hinter der Kabine verstaut wird, um den Sattelzug ankoppeln zu können.

Europäischer Mehrzweck-Sattelhänger — Dabei handelt es sich um eine Gelenkkombination, die aus einem Sattelzug mit zwei geschlossenen Pritschen besteht. Die hintere Pritsche ist am Fahrgestell des Sattelzugs befestigt, während die vordere Pritsche über automatische Verriegelungen sowohl an der Zugmaschine als auch am Sattelzug befestigt wird. Sie wird per Fernbedienung betätigt und verfügt über eine einfahrbare Vorrichtung gegen Einspannen geschützt und verfügt über ein automatisches Ausrichtungssystem. Dieses System ist von AUCAR TRAILER patentiert und ist das einzige, das nicht nur die in ganz Europa geltende Richtlinie erfüllt, sondern mit dem man auch in nur einer Fahrt die Ausrüstung für die beiden Führerscheinklassen "C" und "CE" zum Fahrprüfungsbereich bringen kann.



441.  Welche Vor- und Nachteile haben Mehrzweck-Sattelhänger mit selbsttragender Pritsche?


Dieses System wurde in Spanien bis 1997 genutzt, bevor die ersten Mehrzweckfahrzeuge mit klappbaren Seiten auf den Markt kamen. Die neuen Mehrzweckfahrzeuge der damaligen Zeit vermieden die wichtigsten Mängel der Mehrzweck-Sattelhänger mit selbsttragender Pritsche:

· Man braucht zwei Fahrten, um die Ausrüstung für beide Führerscheinklassen vom Parkplatz der Fahrschule zum Prüfungsbereich zu bringen. Wenn man nur einen solchen Sattelhänger hat, ist es praktisch unmöglich, Fahrschüler für die beiden Führerscheinklassen am gleichen Tag durch die Fahrprüfung zu bringen, da man zuerst die Pritsche zum Prüfungsbereich bringen und sie dann abnehmen und dort lassen muss. Danach muss man zurück zum Parkplatz, den Sattelzug ankoppeln und bis 8.00 Uhr, bevor die Prüfungen anfangen, eine zweite Tour machen muss.

· Man braucht Zeit und körperliche Kraft, um die selbsttragende Pritsche abzumontieren. Die Füße abzusenken, die Twist Locks zu lösen, den Hubmechanismus zu betätigen und den Schlepper unter der Pritsche hervorzuholen, birgt nicht nur eine gewisse Unfallgefahr in sich, sondern bedarf auch körperlicher Anstrengung und wesentlich mehr Zeit als für jeden anderen Mehrzweck-Sattelhänger.



496.  Kann ich mit jeder beliebigen Zugmaschine einen Mehrzweck-Sattelhänger montieren?


Man kann mit jeder Zugmaschine mit einem Achsabstand zwischen 4.100 und 4.600 mm einen Mehrzweck-Sattelhänger montieren. Leider haben die meisten Schlepper einen Achsabstand von 3.600 mm, so dass man den Achsabstand verlängern muss, um sie mit einem beliebigen Mehrzweck-Sattelhänger auszustatten.

Einen Sonderfall bilden die Mehrzweck-Sattelhänger mit selbsttragender Pritsche. Diese Art der Mehrzweck-Sattelhänger stammt aus vorsintflutlichen Fahrschulzeiten und wird trotzdem noch heute hergestellt, weil sie die einzigen Mehrzweck-Sattelhänger sind, die sich mit einem normalen Achsabstand auf einer Zugmaschine montieren lassen. Das heißt, man kann sie wohl montieren, allerdings mit einem Trick, der noch urälter ist als das ganze Gerät. Wenn ein Schlepper mit einem Achsabstand von etwa 3.600 mm als Basis für eine Pritsche dienen soll, die zu einer Gesamt-Lkw-Länge von 8 m führen soll, bleibt einem nur, darauf zurückzugreifen, eine leere Pritsche als "Horn" vor dem vorderen Stoßstange zu montieren. Auf diese Weise verfälscht man die Lastverteilung durch das Montieren einer kleineren als der normalerweise entsprechenden selbsttragenden Pritsche, so dass der hintere Vorsprung des Lkw nicht mehr als 60% des Achsabstandes beträgt, wie es der hinlänglichen Ingenieurspraxis entspricht, damit die Lastverteilung nicht dazu führt, dass der Lkw förmlich nach hinten kippt.

Zum Glück hat sich das Industrieministerium dieser Sache angenommen und lässt nicht länger zu, dass die TÜV-Stellen Umbauten erlauben, nach denen die (falschen oder nicht falschen) Vorsprünge Teil der Gesamtlänge des Fahrzeugs sind. Bis diese neuen Kontrollmaßnahmen umgesetzt sind, ist der Kauf dieser Art von Fahrzeugen zu vermeiden, die nur Kopfzerbrechen bereiten und den Weiterverkauf der Zugmaschine in der Zukunft erschweren.